Ausgehend von Falk Hübners umfassender Studie »Methods, Methodology and Research Strategy in Artistic Research« (Routledge 2024) setzen wir unseren Parcour durch klassische und aktuelle Ansätze von Methoden Künstlerischer Forschung / artistic research fort. Einen inhaltlichen Schwerpunkt wird dabei auf der Frage liegen, welche Rolle im internationalen Konzert sich verzweigender Diskurse ›intersektionale‹ Fragen spielen und wie sie sich für laufende Forschungsprojekte fruchtbar machen lassen.
- Literatur
Ablinger, Peter (2019) „Kann Kunst Forschung sein?“, in: MusikTexte 161; Adorno, Theodor W. (2021), »Die Kunst und die Künste«, in: Bertram, Georg W. / Deines, Stefan / Feige, Daniel Martin (Hg.), Die Kunst und die Künste, Berlin: Suhrkamp, S.59ff; Baldauf, Anette / Hoffner, Ana (2015), »Kunst-basierte Forschung und methodischer Störsinn«, in: Badura, Jens / Selma Dubach / Anke Haarmann / Dieter Mersch / Anton Rey / Christoph Schenker (Hg.) (2015), Künstlerische Forschung. Ein Handbuch, Zürich: diaphanes; Deleuze, Gilles / Guattari, Félix (1996), Was ist Philosophie?, Frankfurt am Main: Suhrkamp; Guattari, Félix (2013), »Das neue ästhetische Paradigma«, Zeitschrift für Medienwissenschaft 8, 19–34; Haarmann, Anke (2019) - Artistic Research. Eine epistemologische Ästhetik, Bielefeld: transcript Verlag; Henke, Sylvia / Mersch, Dieter / Van der Meulen, Nicolaij / Strässle, Thomas / Wiesel, Jörg (Hg.) (2020), Manifest der künstlerischen Forschung. Eine Verteidigung gegen ihre Verfechter, Berlin: diaphanes; Horkheimer, Max (2007), Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Frankfurt am Main: Fischer; Jacobshagen, Arnold (2020), »Was ist künstlerische Musikforschung? Zur Einführung«, in: Arnold Jacobshagen (Hg.), Musik, die Wissen schafft. Perspektiven künstlerischer Musikforschung, Würzburg: Königshausen & Neumann 2020; Kampe, Gordon, »Lichtung des Nebels. Zweifel an künstlerischer Forschung«, in: MusikTexte 169 (Mai 2021, 3-4); Kittler, Friedrich A. (2003), Aufschreibesysteme 1800/1900, vollständig überarbeitete Neuauflage, München: Fink; Kuhn, Thomas S. (1976), Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, zweite revidierte und um das Postskriptum ergänzte Auflage, aus dem Englischen übersetzt von Hermann Vetter, Frankfurt am Main: Suhrkamp; Lenger, Hans-Joachim (2002), »Kunst, Wissen, Forschung«, Vortrag auf dem Doktorandenkolloquium der HFBK Hamburg, unveröffentlichtes Manuskript; Mersch, Dieter (2013), Ordo ab chao – Order from noise, Berlin: diaphanes; Mersch, Dieter (2015), Epistemologien des Ästhetischen, Berlin: diaphanes; Negri, Toni / Lazzarato, Maurizio / Virno, Paulo (Hg.) (1998), Herumschweifende Produzenten. Immaterielle Arbeit und Subversion, Berlin: ID-Verlag. Ott, Michaela (2007), »Kunst und (Kultur)Wissenschaft«, in: Dieter Mersch / Michaela Ott (Hg.), Kunst und Wissenschaft, München: Fink, 69-89; Rheinberger, Hans-Jörg (1999), »Struktur des Experimentierens. Zum Umgang mit dem Nichtwissen«, in: Bädeker, Hans Erich / Reill, Peter Hans / Schlumbohm, Jürgen (Hg.), Wissenschaft als kulturelle Praxis 1750- 1900, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1999, S. 415-423; Rheinberger, Hans-Jörg (2001), Experimentalsysteme und epistemische Dinge. Eine Geschichte der Proteinsynthese im Reagenzglas, Göttingen: Wallstein 2001; Rheinberger, Hans-Jörg (2021), Spalt und Fuge. Eine Phänomenologie des Experiments, Frankfurt am Main: Suhrkamp. Schmidgen, Henning (2017), Forschungsmaschinen, Berlin: Matthes & Seitz. Sonderegger, Ruth (2001), Für eine Ästhetik des Spiels, Frankfurt am Main: Suhrkamp; Sprick, Benjamin (2020), »Kartographie der Variablen«, in: ders., Resonanzen des Virtuellen. Musikalische Kinematographik I, Turia & Kant 2020, 47–63; Stengers, Isabelle (2008), Spekulativer Konstruktivismus, Berlin: Merve Verlag. Vogl, Joseph (2007), Über das Zaudern, Berlin: diaphanes. Vogl, Joseph (2008), Kalkül und Leidenschaft. Poetik des ökonomischen Menschen, Berlin: diaphanes; Wissenschaftsrat (2021), Empfehlungen zur postgradualen Qualifikationsphase an Kunst- und Musikhochschulen, K.ln. https://www.wissenschaftsrat.de/download/2021/9029-21.pdf?blob=publication- File&v=10.

- Dozent:in: Benjamin Sprick
Die Erfahrung des Schönen kann durchaus traumatisch sein. Sie ermöglicht Kontaktaufnahme mit dem Unendlichen, was zugleich in die Niederungen der (eigenen) Begrenztheit führt. Demensprechend präsent ist im ästhetischen Diskurs über das Schöne die Frage nach der Hässlichkeit. Was schön ist, was hässlich, liegt dabei zunächst in den Augen der Betrachter:innen. Zugleich reichert sich diese Kategorienbildung schnell mit politisch-ästhetischem Sinn an, die aktuell in Auseinandersetzungen um Körperbilder und ästhetische Machtpolitiken zum Ausdruck kommt. Das Seminar rekonstruiert eine aktuelle Theorie des Schönen anhand diverser historischer, aktueller und abwegiger Beispiele und macht sie für die künstlerische Praxis anschlussfähig. Eine Abschluss-Präsentation ist geplant.

- Dozent:in: Benjamin Sprick
Wer schreibt, muss sich von dem Text tragen lassen, den er schreibt, muss sich ihm anvertrauen, in ihm »wohlfühlen« können wie in einer Fremde, die gleichwohl ein zu Hause bietet. Wie aber in einen solchen Text sich einfinden, wie ihn beginnen? Und wie in ihm fortfahren? Text-»Genres« sind hier zunächst hilfreich, weil sie den Duktus eines Textes vorzeichnen und eine gewisse Richtung vorgeben. Was aber ist eine Nachricht, was ein Kommentar, was sind Thesen, was ein Aufsatz, ein Essay, ein Traktat, eine Abhandlung? Und was sind die Spezifika einer Dissertation? Welche Elemente anderer Genres kann sie absorbieren, welcher solcher Elemente hat sie sich zu enthalten? Und worin bestehen im Übrigen die »stilistischen Eigenarten« einer Autor:in? Wie teilen sie sich einer Ausarbeitung mit, um ihr ein unverwechselbares »Timbre«, eine spezifische »Handschrift« zu verleihen? …

- Dozent:in: Michael Heupel
- Dozent:in: Elisabeth Dorothea Koch
- Dozent:in: Agustin Diego Pardo Motz
- Dozent:in: Benjamin Sprick
- Dozent:in: Clemens Thomas