Das Seminar ist eine Einführung in verschiedene Ansätze und Methoden der Aufführungsanalyse. Anhand von Aufführungsbesuchen und Videoaufzeichnungen werden wir die ästhetischen Mittel des Theaters und ihre Wirkungen untersuchen und Möglichkeiten sowie Begrenztheiten der Analyse diskutieren. Dabei wird ein Vokabular entwickelt, das es erlaubt, über unterschiedliche Aufführungen, ihre Besonderheiten und ästhetischen Mittel zu sprechen. Außerdem wird durch das semesterbegleitende Verfassen von kurzen Texten auch die Schriftform der Reflexion theatraler Künste geübt. Je nach Aufführung werden wir auch Dramentexte in die Analyse mit einbeziehen, um das Verhältnis von Text und Aufführung untersuchen zu können.


In dem Seminar wird ein erster Einblick in verschiedene Epochen der europäischen Theatergeschichte von der griechischen Antike bis ins 20. Jahrhundert hinein gegeben. Dabei wird das Augenmerk sowohl auf den politisch-sozialen Kontexten und gesellschaftlichen Funktionen des Theaters als auch auf den ästhetischen Mitteln sowie inhaltlichen Aspekten liegen. Außerdem werden wir einen Einblick in außereuropäische Theaterformen bekommen; voraussichtlich durch Gastvorträge von Expert:innen.

Aufgrund der Menge an Informationen wird dieses Seminar teilweise Vorlesungscharakter haben. Zu ausgewählten Epochen sind zur Vorbereitung Stück- oder theoretische Texte zu lesen, die dann gemeinsam diskutiert werden.

Das Seminar führt in die Grundlagen der post- und dekolonialen Theorien ein; hierfür werden theoretische Texte von Edward Said, Stuart Hall, bell hooks, Azadeh Sharifi u.a. gelesen und gemeinsam diskutiert. Anhand von zeitgenössischen Beispielen aus Theater, Tanz und Performance (z.B. Joana Tischkau, Simone Dede Ayivi, Mable Preach) wollen wir zudem dekoloniale künstlerische Strategien und Möglichkeiten eines rassismuskritischen Theaters erforschen. Der Besuch von Theateraufführungen ebenso wie die Sichtung von Videoaufzeichnungen ist aus diesem Grund Teil des Seminars. Nach Möglichkeit sollen auch Gespräche mit Künstler:innen geführt werden.


Aus dem Devising Theatre nehmen wir mit: Sowohl die Form als auch der Inhalt eines Stücks wird in einem gemeinsamen Prozess entwickelt. Damit kann zunächst alles ein Anfang sein – ein Spiel, ein Objekt, ein Erlebnis, eine Frage, ein Lied, ein Meme oder auch ein Versammlungsformat jenseits des Theaters.
Die künstlerischen Methoden dieser Lehrveranstaltung kommen aus meiner Praxis mit dem Performance-Kollektiv Frl. Wunder AG: Ich gebe biografisch/ autofiktionale Textproduktion- und ethnografische Recherche-Ansätze weiter. Ich vermittle szenische Verfahren, die aus Performance & Live Art informiert sind, orts- und kontext-spezifische Arbeitsweisen beinhalten und partizipative Formate anstreben. Anfang des Semesters kümmern wir uns um Hacks und Organisationsprinzipien für kollektives Arbeiten in Gruppen. Im weiteren Verlauf probieren wir in Modulen von zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen verschiedene szenische Entwicklungsverfahren aus. Wir testen, sammeln, erfinden, experimentieren und entwickeln ab Mitte Dezember eigene künstlerische Forschungsdesigns.
Auf Grundlage dieser Forschungssammlungen starten wir im kommenden Sommersemester einen gemeinsamen Stückentwicklungsprozess. Stay tuned!

Credits
2 Creditpoints
Bemerkung

Studienleistung: Kontinuierliche, aktive Mitarbeit; Vor- und Nachbereitung der Sitzungen; Führung eines Ideen- und Tool-Books.

Module
Körperlich-szenische Grundlagen II

Das Seminar führt in die Grundlagen der Gender und Queer Theory ein; hierfür werden theoretische Texte von Laura Mulvey, Judith Butler, bell hooks u.a. gelesen und gemeinsam diskutiert. Anhand von Beispielen sowohl aus den 1960er und 70er Jahren als auch des Theaters und der Performance der Gegenwart wollen wir zudem künstlerische Strategien der Dekonstruktion von Geschlechtsidentitäten sowie der Gestaltung queerer und/oder fluider Identitäten untersuchen.


Das Seminar führt in die Grundlagen der Theaterwissenschaft ein und beschäftigt sich mit Grundbegriffen des Theaters wie Aufführung, Theatralität, Performativität, Schauspiel, Raum, Körper, Publikum, und dazugehörigen Theorieansätzen. Dazu wird jede Woche ein Text oder Textauszug selbstständig als Hausaufgabe gelesen und in der Sitzung gemeinsam diskutiert. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Grundlagen der darstellenden Künste üben wir also auch das Lesen theoretischer Texte. Die Auswahl umfasst Texte von Hans-Thies Lehmann, Erika Fischer-Lichte, Jenny Schrödl, Josette Féral, Judith Butler u.a.